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Besorgnis über bizarre bildungspolitische Entwicklungen

Mit Besorgnis reagiert Stefan Gerbig, Student der Sozialökonomik und Stadtratskandidat des Jugendverbandes ['solid] auf der LINKEN LISTE, auf die verschiedenen aktuellen Entwicklungen in der Debatte um die bildungspolitische Zukunft Nürnbergs.
Nein zu Lehrerstellenkürzungen!
Mit Besorgnis und Ärger habe ich der Presse entnommen, welche Positionen Schulbürgermeister Gsell (CSU) im Lorenzer Kommentargottesdienst hinsichtlich der Debatte um das Verhältnis von demographischer Entwicklung und Lehrerstellenzahl vertritt.
Die in der Zeitung wiedergegebene Haltung, es brauche hinsichtlich der Lehrerstellen „Qualität statt Quantität“ ist nicht nur eine Unverschämtheit gegenüber jetzigen Lehrern und Lehramtsanwärtern, die von dem Staat, der sie angelockt hat, im Regen stehen gelassen werden.
Sie ist auch eine Zumutung gegenüber den Schülerinnen und Schülern, die nicht die Betreuung erhalten, die sie vielleicht bräuchten und die von Klassengrößen unter 20 Schülern, die Gsell als Argument anführt, nur träumen können.
Wenn Gsells Position zugleich die der rot-schwarzen Stadtregierung in den nächsten sechs Jahren sein wird, ist klar, wie wichtig auch auf dem Gebiet der kommunalen Bildungspolitik eine starkes oppositionelles Korrektiv ist, das nicht über Parteienloyalität mit der Staatsregierung verbandelt ist.
Nürnberg studentenfreundlich machen!
Es wirkt bizarr, dass zeitgleich mit Gsells Affront gegen Lehrer, Lehramtsanwärter und Schüler vom unvermeidlichen Markus Söder und seinem lokalen Anhängsel Sebastian Brehm eine Debatte über den künftigen Standort der EWF wiedererweckt wurde.
Ungeachtet der Frage, warum sich Söder die letzten Wochen in sogar für ihn aufdringlicher Art in kommunalpolitische Themen einmischt, sehe ich in der Debatte wenigstens eine Gelegenheit, darüber zu diskutieren, wie Nürnberg eine studentenfreundlichere Stadt werden kann.
Bei dieser Frage ist die Verlegung von Fakultäten nicht vorrangig.
Sehr viel dringender ist es, unabhängig von den internen Entscheidungen der Uni eine Infrastruktur zu schaffen, die junge Menschen zum Studium nach Nürnberg zieht.
Hierzu kann die Stadt in zwei Bereichen aktiv werden, in denen sie zu lange zu träge war:
Für bezahlbaren Wohnraum!
Der erste, nicht nur für Studenten dringend notwendige, Verbesserung betrifft die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum:
Die LINKE LISTE hat in den letzten sechs Jahren effektiv dafür gekämpft, dass sich auf diesem Gebiet etwas tut (etwa mit den alternativen Wohnungsberichten) – andere Parteien springen bezeichnenderweise erst jetzt im Wahlkampf auf das Thema auf.
Für ein Semesterticket, das den Namen verdient!
Der zweite Punkt, der durch den angedachten Umzug der (Ex-)EWF an Dringlichkeit gewinnt, betrifft das Semesterticket, auf das nach der eben veröffentlichten Studie zumindest im Winter fast 90 Prozent der Studenten angewiesen sind.
Außenstehende unterschätzen oft, welche erhebliche Belastung dieses Ticket in seiner jetzigen Form für uns Studenten darstellt. Nur so ist zu erklären, dass seit 1990 die anderen Stadtratsparteien in dieser Sache still stehen, anstatt endlich eine bezahlbare Option zu schaffen, die eben nicht nur ein Vorlesungszeitenticket, sondern ein wirkliches Semesterticket ist.
Ich stelle mich ausdrücklich hinter die Forderungen von Studierendenorganisationen wie der StuVe Erlangen oder des Asta der Ohm-FH, ein echtes Semesterticket umzusetzen.
Es war die LINKE LISTE, die in Nürnberg alle bisherigen Anträge zur Einführung des Semestertickets gestellt hat und ich werde im Falle meiner Wahl alle Kräfte aufbieten, dass es endlich Wirklichkeit wird.

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Winter in Nürnberg: Luxus für die Oberschicht – Frieren für die Arme

Man mag sich nicht vorstellen, wie sich wohl eine obdachlose Person nun an Weihnachten fühlen mag, wenn sie den Bahnhof passiert: Eine einzige Großbaustelle, Hotel neben Hotel, hunderte Zimmer, tausende Schlafmöglichkeiten, immer mehr im entstehen: Und zu keiner davon gibt es für Menschen in Not Zugang.

19 Jahre lang stand nun die Oberpostdirektion leer, natürlich gut abgesichert gegen alle, für die die völlig ungenutzten Räume vielleicht eine letzte Rettung in einem harten Winter gewesen wären. Zugang bekommen nun aber nicht die Bedürftigen, sondern ein sogenannter Immobilienentwickler, der „Nobelhotel, Büros und ein Ärztehaus mit Klinik”  (nordbayern.de) in der Mauern des alten Gebäudes errichten will.

Hierzu der Stadtratskandidat Stefan Gerbig: „OB Maly hat scheinbar das Heft des Handelns völlig aus der Hand gegeben. Anstatt den Ärmsten unter den Bürgerinnen und Bürger Nürnbergs zur Seite zu stehen, wird der ohnehin knappe Raum in der Stadt zu Spekulationszwecken verteilt.“

Gerbig weiter: „Mangel an bezahlbarem Wohnraum, Menschen, welche sich die Heizkosten nicht mehr leisten können und gleichzeitig eine Luxus-Sanierung nach der anderen. OB Maly muss endlich beweisen, dass er der Vertreter der Bürger- und nicht nun der Investmentinteressen ist.“

Abschließend meint Stefan Gerbig: “Deshalb fordere ich die Stadt Nürnberg dazu auf, endlich einen sinnvollen, langfristigen und verbindlichen Plan für ein soziales Nürnberg aufzulegen. Sozialer Wohnungsbau, eine bezahlbare Nutzung der Infrastrukltur für alle und insbesondere die Unterstützung der von Armut betroffenen Menschen müssen endlich wieder Priorität haben!“

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